PROJEKTE

29. Juni – 1. Juli, 2018

f/stop Satellit

Performance und Ausstellung

Leipzig, Deutschland

Spinnerei Leipzig und Umgebung

f/stop - Festival für Fotografie

"Zerrissene Gesellschaft"

In Kooperation mit:

Kunstverein Gegenwart e.V.

f/stop - Zentrum für Zeitgenössische Fotografie Leipzig e.V.

 

Performance:

Stefan Bast, Paula-Marie Kanefendt​

Fotografien:

© Doro Zinn

FUTURE KIDS

Als Satellite des f/stop 8. Festival für Fotografie knüpft die Austellung thematisch daran an und präsentiert in unserem Atelierraum die fotografische Arbeit Future Kids von Doro Zinn und die performative Intervention edge von Stefan Bast und Paula-Marie Kanefendt. Während die Fotografien auf sehr persönliche und direkte Art einen Fokus auf einzelne Teilnehmer*innen in unserer Gesellschaft werfen, setzt sich die Performance mit gesellschaftlichen Fragen der Teilhabe, gewährten und beschränkten Zugänglichkeiten und (Un-) Sichtbarkeiten auseinander.

 

Auf Augenhöhe begegnet die Fotografin jungen Menschen mit Migrationsbiografie in Deutschland, folgt ihnen in ihren Alltag und verhandelt – ohne zu stigmatisieren – Fragen der Herkunft, Heimat, Zugehörigkeit und Tradition. Ganz bewusst bezieht sie die Abgebildeten in den künstlerischen Prozess mit ein und kombiniert ihre fotografischen Aufnahmen mit Archivmaterial und selbstverfassten Texten der Protagonist*innen. Durch diese intensive Zusammenarbeit gibt sie den Portraitierten in ihren Arbeiten eine eigene Stimme und spricht damit auch Themen wie Selbstermächtigung und -bestimmung an.

Entstanden ist die Serie als Abschlussarbeit der Fotografin an der Ostkreuzschule in Berlin. Sie wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und international ausgestellt. Im Rahmen der Pop-Up Ausstellung in Leipzig werden erstmals neue Fotografien aus der Serie zu sehen sein.

Bezugnehmend auf die Fotografien, untersucht die Arbeit edge das "Rumhängen" als Form jugendlicher Raumnahme im Sinne eines performativen Umgangs mit Machtverhältnissen und befragt die Definitionsmacht, die in der gesellschaftlichen Unterscheidung zwischen legitimer und illegitimer Raumnutzung (und auch Zeitnutzung) liegen. In diesem Sinne verknüpft die Arbeit als performative Intervention Innen- und Außenraum.

edge entstand in intergenerationeller Zusammenarbeit und versucht Autor*innenschaft künstlerischer Produktion kritisch mitzudenken. In der gemeinsamen Erarbeitung der Performance mit Jugendlichen stellte sich die Frage nach Möglichkeiten und Fallstricken multipler Autorenschaften. Inspiriert durch das "Stille Post"-Prinzip basiert edge auf einer zirkulären Weitergabe von Informationen bzw. Arbeitsständen, die durch unterschiedliche Positionen der Akteur*innen in Zeit, Raum (und Gesellschaft) auch immer wieder Fragmentierungen unterworfen waren. So wurde Material zum Rumhängen von Jugendlichen und Künstler*in gemeinsam generiert, geteilt, überarbeitet, abstrahiert, dem Ort der performativen Intervention eingeschrieben, von Performerinnen verkörpert und in einer Feedback-Schleife zurück an die Jugendlichen gegeben.

Kuration und Text von Elisabeth Würzl